Finanzfalle Gehaltserhöhung
Mehr Geld heisst weniger Geld

Eine Gehaltserhöhung ist etwas Gutes: Sie erhalten am Monatsende mehr Geld als bisher. Trotzdem geht es den meisten Menschen nach einer Gehaltserhöhung finanziell gesehen effektiv schlechter als vorher. Warum ist das so, und was können Sie dagegen tun, dass das bei Ihrer nächsten Gehaltserhöhung nicht so ist?
Wahrscheinlich haben Sie in Ihrem Leben auch schon einmal oder mehrmals eine Gehaltserhöhung erhalten. Sei es, weil Sie eine Aus- oder Weiterbildung abgeschlossen haben, eine höher qualifizierte Arbeit übernehmen konnten, oder die Stelle bzw. den Arbeitgeber gewechselt haben.
Schön und gut, was soll nun aber daran schlecht sein? Schliesslich haben Sie nun
mehr Geld zur Verfügung, das Sie ausgeben, sparen und investieren
können, richtig?
Falsch, denn das Problem dabei ist, dass die meisten danach mehr Geld ausgeben,
als sie eigentlich neu zur Verfügung hätten. Und die Folge davon ist, dass sich das
Hamsterrad von jetzt an noch schneller dreht.
Steuern und Abgabe
Der erste Grund ist einfach nachzuvollziehen: Sie erhalten eine Gehaltserhöhung von zum Beispiel 200 Euro. Von diesem Betrag haben Sie schlussendlich nur einen Teil zur Verfügung, weil der Anteil an Steuern und Abgaben zuerst von diesem Betrag abgezogen werden muss.
Wenn Sie nun also mit der Gehaltserhöhung von 200 Euro eine neue Wohnung mieten, die 200 Euro mehr kostet, als Ihre bisherige Wohnung, können Sie die zusätzlichen Kosten nicht mit der Gehaltserhöhung abdecken, weil Sie von den 200 Euro nur einen Teil zur Verfügung haben. Den restlichen Teil der zusätzlichen Mietkosten müssen Sie aus Ihrem restlichen Einkommen bestreiten, das Sie bisher für andere Ausgaben oder zum Sparen und Investieren verwenden konnten.
Das Resultat ist nun also das, dass Sie zwar eine grössere und teurere Wohnung haben, jedoch unter dem Strich weniger Geld für Ihre Ausgaben und für das Sparen und Investieren zur Verfügung haben.
Das Hamsterrad
Vielleicht gehören Sie auch zu den Personen, die gerne (mehr) Geld sparen und investieren möchten um ein persönliches Vermögen aufzubauen. Das aktuelle Einkommen reicht dazu jedoch immer nur genau, um die Kosten, die pro Monat anfallen, zu decken. Ende Monat ist kein Geld mehr vorhanden, das gespart und investiert werden könnte.
Die Lösung: mehr verdienen, dann können Sie auch endlich anfangen, Geld auf die Seite zu legen und zu investieren. Theoretisch scheint das richtig, jedoch stimmt auch das in der Praxis leider nicht.
Die Realität sieht vielmehr so aus, dass mit dem Einkommen auch die laufenden Kosten und Ausgaben steigen, wie oben beschrieben: Sie leisten sich eine grössere Wohnung, teurere Ferien, ein schnelleres Auto. Unter dem Strich bleibt am Monatsende wieder genau so wenig zum Sparen und Anlegen übrig, wie vor der Gehaltserhöhung. Ihre Kosten und Ausgaben wachsen mit Ihren Einnahmen automatisch mit, wenn Sie nicht bewusst etwas dagegen tun.
Jedoch sind Ihre absoluten Ausgaben und Kosten nun höher, Sie sind gezwungen, das notwendige Einkommen jeden Monat zu erzielen, um den neuen, höheren Lebensstandard halten zu können. Bildlich gesprochen, dreht sich das Hamsterrad, in dem Sie gefangen sind, nun schneller und Sie müssen noch schneller rennen, um mithalten zu können. Ihrem Ziel, Vermögen aufzubauen sind Sie dabei keinen Schritt näher gekommen
Bezahlen Sie sich selbst zuerst

Es gibt jedoch einen einfachen Weg, diese Finanzfalle zu vermeiden und sowohl Ihren Lebensstandard zu steigern, wie auch Vermögen aufzubauen. Es geht nur darum, den Lebensstandard nicht gleich schnell zu erhöhen, wie Ihr Einkommen.
Wenn Sie bereits das Prinzip, sich selbst zuerst zu bezahlen, anwenden, haben Sie es einfach
mit einer Gehaltserhöhung richtig umzugehen. Sie können dann direkt beim nächsten Kapitel weiterlesen.
Wenn Sie das Prinzip noch nicht kennen, lesen Sie jetzt
den Artikel "Bezahlen Sie sich selbst zuerst"
und das Buch "Der reichste Mann von Babylon"
und vor allem: beginnen Sie noch heute damit!
Nicht erst morgen oder übermorgen, sondern heute. Es geht um Ihr Geld und Ihre finanzielle Zukunft, Aufschieberitis
ist hier fehl am Platz.
Eröffnen Sie online ein Konto,
auf das Sie automatisch per Dauerauftrag
jeden Monat, nachdem Sie Ihr Gehalt erhalten haben, 10% des Lohns überweisen. Die 10% werden Ihnen nicht
fehlen (probieren Sie's aus) und es ist ein gutes Gefühl, sich zuerst, vor allen anderen zu bezahlen.
Eröffnen Sie dann auch ein Wertschriften-Depot,
auf das Sie nun regelmässig, ebenfalls automatisch mit
einem Dauerauftrag, das Geld von Ihrem Spar- oder Girokonto auf Ihr Depot überweisen, sobald ein
genügend grosser Betrag zusammen gekommen ist.
Mit der richtigen Anlagestrategie, z.B. einem Sparplan auf Indexfonds- oder ETF-Basis, läuft Ihr Vermögensaufbau nun vollkommen automatisch. Sie haben nun einen Vermögensverwalter, der sich ohne Ihr Zutun um den Aufbau und die Vermehrung Ihres Vermögens kümmert.
Und Sie haben gedacht, dass sich das nur Mulitmillionäre leisten können?
Lebensstandard steigern...
...aber mit Mass. Die Rechnung ist einfach: wenn Sie weniger zusätzlich ausgeben, als Ihre Gehaltserhöhung nach Abzug von Steuern und Abgaben einbringt, haben Sie mehr Geld übrig, dass Sie sparen und investieren können.
Nehmen wir an, Ihnen verbleiben nach Abzug der Steuern von Ihren 200 Euro noch 100 Euro, über die Sie frei verfügen können. Sie können diese 100 Euro nun jeden Monat zusätzlich ausgeben, zum Beispiel für eine grössere Wohnung. Damit steigern Sie zwar kurzfristig Ihren Lebensstandard um das Maximum, das mit Ihrer Gehaltserhöhung möglich ist. Jedoch kommen Sie Ihren finanziellen Zielen damit keinen Schritt näher.
Statt dessen sollten Sie einen Teil der 100 Euro dazu verwenden, sich selbst zu bezahlen. Erhöhen Sie dazu Ihren Dauerauftrag, mit dem Sie sich jeden Monat selbst bezahlen, um beispielsweise 40 Euro. Die verbleibenden 60 Euro können Sie frei nach Lust und Laune verwenden.
Damit steigern Sie Ihren Lebensstandard, jedoch nur um 60 Euro und nicht um die möglichen 100 Euro. Gleichzeitig erhöhen Sie den Betrag, den Sie jeden Monat in Ihren Vermögensaufbau investieren, um 40 Euro.
Dieses Vorgehen braucht etwas Disziplin. Wenn Sie jedoch sofort nachdem Sie die Gehaltserhöhung erhalten haben, Ihren Dauerauftrag anpassen, haben Sie das in wenigen Minuten erledigt. Um den Rest kümmert sich nun wieder Ihr automatischer Vermögensverwalter.
Raus aus dem finanziellen Hamsterrad
Mit diesem Vorgehen können Sie sowohl Ihren Lebensstandard steigern, wie auch den Aufbau Ihres Vermögens beschleunigen. Leider machen das nur wenige Leute wirklich so, der Grossteil braucht das zusätzliche Einkommen auf, das heisst, die Kosten und Ausgaben wachsen automatisch mit der Gehaltserhöhung mit.
Kurzfristig auf die maximale Steigerung des Lebensstandards verzichten und dafür langfristig Vermögen aufbauen und die finanzielle Freiheit erreichen, oder das zusätzliche Geld ausgeben und am Ende des Monats weiterhin nichts mehr übrig haben: die Entscheidung liegt bei Ihnen!
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